Belletristik

Eine berührende Geschichte zweier Schwestern

Nachtigall

Autor: Kristin Hannah
Titel: Die Nachtigall
Sprache: Deutsch
Umfang: 608 Seiten
Jahr: 2016
Format: Gebunden
Originaltitel: The Nightingale
Verlag: Rütten & Loenig
Preis: 19,99€
ISBN: 978-3-352-00885-6



Inhalt:

Während Isabelle (mal wieder) mit den Regeln eines Internats zu kämpfen hat und (mal wieder) aufgrund ihres Verhaltens rausgeschmissen und zu ihrem Vater zurück nach Paris geschickt wird, will ihre Schwester Vianne im ländlichen Carriveau nicht wahr haben, dass der Krieg bald beginnen wird.

Beide Schwestern wurden nach dem Tod ihrer Mutter von ihrem vom ersten Weltkrieg gezeichneten Vater verstoßen und von einer strengen, fremden Frau auf dem Landgut der Familie in Carriveau aufgezogen. In eben jenem Haus, in dem Vianne nun mit ihrem Ehemann Antoine und ihrer Tochter Sophie lebt.
Der zweite Weltkrieg steht vor der Tür und es kommt wie es kommen muss: Antoine wird einberufen und muss seine kleine Familie zurücklassen. Recht schnell nach dem Einzug der Deutschen gerät er in Kriegsgefangenschaft und Vianne kann nur dank des bei ihr einquartierten deutschen Offiziers Beck sporadisch mit ihrem Mann kommunizieren und ihm Kleinigkeiten über das Rote Kreuz zukommen lassen.

Isabelle, die beim Einmarsch der Deutschen in Paris wie viele andere Franzosen aufs Land geflüchtet ist, schafft es mithilfe des jungen Manns Gaëton zum Haus ihrer Schwester.
Unerwarteterweise nimmt Vianne sie mehr oder weniger anstandslos bei sich auf und versucht, sie vor ihrem eigenen Temperament zu schützen. Seit ihrer Flucht aus Paris ist Isabelle nämlich nicht gut auf die Deutschen zu sprechen und macht keinen Hehl daraus…
Recht früh erhält sie Kontakt zur Résistance und schließt sich ihnen an.


Meine Gedanken zum Buch:

Ich muss sagen, das Buch hat mir sehr gut gefallen. Und das obwohl das Thema Krieg keines ist, mit dem ich mich gerne beschäftige. Aus dem Geschichtsunterricht habe ich noch einiges behalten (man hat ja so ziemlich alles doppelt und dreifach behandelt) und auch durch das Interesse meines Vaters (und endlose Stunden mit Dokus über den 2. Weltkrieg) habe ich so einiges mitbekommen, was die Thematik angeht.

Ja, in dieser Geschichte kommt auch das Thema „Vergewaltigung“ auf. Und ja, es ist (um es milde auszudrücken) unangenehm. Meiner Meinung nach wäre es nicht unbedingt nötig gewesen, dieses Element als zusätzliches dramatisches Ereignis in die Handlung einzubauen und als ich die Stelle gelesen habe, dachte ich nur „… okay. Musste das jetzt sein?“. Kann daran gelegen haben, dass ich die Stelle morgens in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit gelesen habe, aber allgemein ist dieses Thema (egal zu welcher Uhrzeit oder Gelegenheit) nicht gerade toll. Damit will ich nicht sagen, dass man die Verbrechen die (deutsche) Soldaten im Krieg an Frauen/Kindern/… begangen haben, totschweigen soll und mir ist bewusst, dass Vergewaltigungen und Misshandlungen quasi auf der Tagesordnung standen, für diese Geschichte wäre es aber trotz allem nicht wirklich nötig gewesen. Auch die Art wie es geschildert wurde, wirkte auf mich wie ein „Hmm was kann ich jetzt noch einbauen, um die ganze Situation eskalieren zu lassen? Ich hab’s! Vergewaltigung!“ …
Ein wenig Einfluss hat es auf die Charakterentwicklung, aber nicht allzu viel. Jedem das Seine.

Dieser Punkt ist eigentlich (neben ein paar Kleinigkeiten) der einzige Punkt, bei dem ich sagen muss, dass mir die Geschichte nicht gefallen hat.
Ansonsten fand ich die Charakterentwicklung (vor allem bei Isabelle) glaubwürdig und nachvollziehbar. Ein wenig hat mich Vianne genervt, da sie sich partout nicht eingestehen wollte, dass ihr Mann Antoine in nächster Zeit nicht mehr für sie und Sophie sorgen kann. An manchen Stellen glänzte sie wiederum mit ihrer Courage (manchmal eher zufällig und unüberlegt).
Wir alle haben unsere Stärken und Schwächen und bei (fast) allen Charakteren in diesem Buch kommen diese sehr gut zur Geltung, ohne nur „schwarz“ oder „weiß“, „gut“ oder „böse“ zu sehen.


Lieblingszitat:

In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen, im Krieg finden wir heraus, wer wir sind. Und manchmal wollen wir womöglich gar nicht wissen, was wir alles tun würden, um zu überleben.


Mein Fazit:

4,5

Insgesamt eine berührende, teils spannende und packende Geschichte. Besonders das Nachwort von Kristin Hannah hat mich berührt. Der Grund, weshalb sie dieses Buch erst begonnen und dann auch durchgezogen hat.
Das Schicksal vieler Frauen im 2. Weltkrieg wurde bisher so oft nicht beachtet, dass ich es herausragend finde, dass die Geschichten vieler Frauen in diesen beiden Hauptfiguren zusammengelegt wurden.


Happy Reading! ❤
~Rain

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4 Kommentare zu „Eine berührende Geschichte zweier Schwestern

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