Belletristik

Der Ellcrys muss gerettet werden

Die Shannara-ChronikenElfensteine von Terry Brooks
Autor:
 Terry Brooks
Titel: Die Shannara Chroniken – Elfensteine
Sprache: Deutsch
Umfang: 558 Seiten
Jahr: 2016
Format: eBook (epub)
Originaltitel: The Elfstones of Shannara
Verlag: blanvalet
Preis: 7,99€
ISBN: 978-3-641-18074-4



Vielen Dank an das Random House bloggerportal und den Verlag für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars!


Inhalt:

Hinweis: Dies ist der zweite Teil der Shannara Chroniken. Den ersten Band habe ich selbst auch nicht gelesen, finde allerdings, dass man diesen Band auch ohne Vorwissen lesen kann.

In einer Welt lange nach der unseren, ist das Elfenvolk und mit ihm die gesamte Welt in Gefahr. Nach den Völkerkriegen und dem Großen Krieg haben sich die Menschen teilweise zu neuen alten Rassen weiter entwickelt: Trolle, Gnome, Zwerge. Nur die Elfen (entgegen der Annahme vieler) haben schon immer existiert und sich nur vor den Menschen verborgen gehalten.
Als die Welt im Begriff war durch dämonische Kräfte unterzugehen, schufen sie den Ellcrys als letzte Rettungsmaßnahme. Er sperrte alle Dämonen in einer Art Paralleluniversum (Bann der Verfemung) ein und schützte die Menschheit somit vor dem Untergang. Krank und alt kann der Ellcrys den Bann der Verfemung nicht mehr lange aufrecht halten und mithilfe des Druiden Allanon begeben sich die jungen Elfen Wil Ohmsford und Amberle Elessedil (die Enkelin des Elfenkönigs) auf die Reise, die den Baum – und damit die ihnen bekannte Welt – retten soll.

Doch finstere Mächte sind bereits aus dem Dämonenreich ausgebrochen und die Schutzwand des Banns bröckelt. Werden Wil und Amberle es rechtzeitig schaffen?


Meine Gedanken zum Buch:

Auf die Shannara-Chroniken bin ich durch die gleichnamige TV-Serie aufmerksam geworden. Neugierig wie ich bin (und ich vergleiche unheimlich gerne Film und Buch, auch wenn ich mich mehr aufrege als erfreue), hatte ich mir auch direkt vorgenommen, das Buch in Angriff zu nehmen.
Wie der Zufall wollte, habe ich durch das bloggerportal Zugriff auf das eBook erhalten. Die Serie hat den gleichen Handlungsstrang zum Thema wie der zweite Band (den ich hier auch bespreche). Ich hätte natürlich auch „von vorne“ beginnen können, aber ehrlich gesagt war ich einfach zu neugierig. Vielleicht kommt der erste Band auch noch nach. 🙂

Nun zur Geschichte. Man kennt das Schema leider allzu häufig: Die Welt ist in Gefahr und Frodo … äähh Amberle muss losziehen um den Ring… äähh den Samen des Ellcrys im Blutfeuer zum Leben erwecken.
Hm? Frodo? Ring? War das nicht was anderes? Ja, war es. Allerdings sind die Parallelen zwischen J.R.R. Tolkien’s Herr der Ringe und den Elfensteinen leider viel zu deutlich. Mit dem kleinen Unterschied, dass mir eine der beiden Hauptpersonen von Anfang an unsympathisch war: Amberle. Wie ihr aus meinen früheren Rezensionen wisst (gerade bei der Rezension zu Die Nachtigall habe ich es deutlich erwähnt) gehen mir weibliche Hauptcharaktere meist schnell auf den Zeiger. Hier leider auch. Zickig, trotzig, uneinsichtig und dickköpfig sind nicht gerade Charaktermerkmale, die ich positiv belege… Gegen Ende hin geht es dann, als ihr dann ein Lichtchen aufgegangen ist…
Wäre Wil Ohmsford nicht gewesen, hätte mich das Buch wahrscheinlich nach einigen Seiten bereits verloren. Er ist mir in der Serie schon ein bisschen ans Herz gewachsen und als ich das Buch gelesen habe, war ich sehr erleichtert, dass er nicht ganz so einen dümmlichen Eindruck gemacht hat, wie in der Serie teilweise. Eher im Gegenteil. Überaus schlau und pfiffig findet er immer wieder neue Wege, um ihre gemeinsame Aufgabe zu lösen. Ja, er rennt erst einmal in Situationen hinein und überlegt sich dann spontan, wie er da wieder rauskommt, aber das hat auch Charme.

Was ich nicht oft habe ist, dass ich mit dem Schreibstil des Autors nicht so klar komme. In diesem Fall war das leider so. Häufige Wiederholungen (z.B.: jemand sagt oder tut etwas und ein paar Zeilen später wird es wiederholt, falls man die Gesamtsituation wohl gerade vergessen hat…), teilweise zu detaillierte Gelände- und Kampfbeschreibungen (manchmal wusste ich gar nicht mehr wo ich bin oder was geschieht) und unlogische Entscheidungen, die ein Charakter (nach meinem Empfinden) so wahrscheinlich nicht gefällt hätte.

Insgesamt finde ich die Idee rund um den Ellcrys allerdings sehr spannend. Trotz der Ähnlichkeiten zu der Herr der Ringe Trilogie muss ich sagen, dass der Ansatz durchaus gelungen ist. Dass sich die Rassen der Zwerge, Trolle etc. nach dem Großen Krieg aus den Menschen entwickelt haben, finde ich interessant. Auch dass die Geschichte weit nach unserer Zeit spielt und nicht etwa in einer komplett erfundenen Welt.
In der Serie hat man den Bezug zu unserer Welt (kaputte Straßenschilder, Brocken von Highways, Überreste von Gebäuden) besser wahrgenommen als im Buch. Schade eigentlich, da mich das an diesem ganzen Konzept sehr gereizt hat.


Lieblingszitat:

Ich denke, es ist Zeit, dass ich dir einmal sage, was du mir so gerne sagst: Glaub an dich selbst. Hör auf zu zweifeln. Hör auf, Mutmaßungen anzustellen.
– Wil Ohmsford


Mein Fazit:

3,5

Den Schwächen des Buches zum Trotz fand ich die Idee dahinter sehr interessant. Einige Charaktere mag man doch ganz gerne (z.B. Wil und Allanon) und kann sich später noch an sie erinnern. Auch Andor fand ich einen starken Charakter und habe mich sehr über seine Entwicklung gefreut (auch wenn ich gerne wissen würde, wie es zwischen ihm und einem gewissen Stee Jans weitergeht…).
Einen Extra-Halbstern gibt es für Wil Ohmsford, der mir die Geschichte durch seine teilweise flapsige, aber liebenswerte Art doch noch gerettet hat.

Insgesamt kann ich das Buch für Fantasy-Liebhaber empfehlen, die gerne mal einen etwas anderen Ansatz an die Elfenwelt sehen möchten.


Die Reihe:

Brooks_TDie_Shannara-Chroniken_1_165552.jpg Die Shannara-ChronikenElfensteine von Terry Brooks Brooks_TDie_Shannara-Chroniken_3_172867.jpg

Happy Reading! ❤
~Rain

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Ein Kommentar zu „Der Ellcrys muss gerettet werden

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